Museen sind wunderbare Orte. Sie bewahren und konservieren – und gleichzeitig sorgen sie dafür, dass man die Vergangenheit nicht vergisst und sich ihrer Kunstfertigkeit, Brutalität und Schönheit erinnert. Als jemand, der leidenschaftlich gerne in Museen geht, stand es für mich außer Frage, dass ich über die Museen von Ioannina etwas schreiben wollte.
Archäologisches Museum

Das Archäologische Museum von Ioannina ist in einem moderneren Gebäude etwas außerhalb der Altstadt untergebracht. Nach Betreten des Museums wird man von einem Zeitstrahl und einer Karte mit den wichtigsten Orten in der Region Epirus empfangen und von den prähistorischen Stücken ausgehend chronologisch durch die Geschichte des antiken Epirus geleitet. Die Exponate werden zum Teil in ihren Fundkontexten, zum Teil aber auch nach thematischen Gruppen (Münzen, Grabmarker, Keramik, Waffen) präsentiert. Etwas abgesondert sind die Funde aus dem nahegelegenen Orakelheiligtum von Dodona ausgestellt, darunter zahlreiche Bronzetäfelchen mit Bitten und Fragen an das Orakel sowie der kleine Bronzeadler, der auch das Logo der Universität von Ioannina schmückt. Im hinteren Teil des Museums befindet sich eine Fläche für Sonderausstellungen – die bei meinem Besuch allerdings leider auf Griechisch war… Das Museum hat mir ausgesprochen gut gefallen. Nicht nur wegen den wirklich interessanten Objekten, sondern auch aufgrund der Präsentation und Ausstellungskonzeption.



Silberschmiedemuseum

Das bereits erwähnte Silberschmiedemuseum wurde 2016 eröffnet und widmet sich der Gold- und Silberschmiedekunst, die in Epirus auf eine mehr als 600 Jahre alte Tradition zurückblicken kann. Während im Erdgeschoss die einzelnen Verarbeitungsschritte und Techniken erklärt werden, sind im Obergeschoss einige Beispiele ausgestellt – darunter Schmuck, Pistolen, Federkästchen und Geschirr. Obwohl das Museum recht klein ist, kann man hier einige Zeit verbringen. Denn die Ausstellung ist wirklich gut gemacht – sowohl was die Gesamtkonzeption, Ausstellungstexte und -objekte als auch den Einsatz von Videos betrifft.



Kostas Frontzos-Museum

Die Bedeutung der epirotischen Silberschmiedekunst war unter anderem auch deshalb so groß, weil die Frauentrachten der Region traditionell aus silbernen Gürteln, Ketten und Brustbehängen bestanden. Ganz zu schweigen von den reich verzierten Pistolen und anderen Waffen, die zur Tracht eines wohlhabenden Mannes gehörten… Eine Auswahl davon ist Kostas Frontzos-Museum zu sehen, das nach seinem Gründer benannt ist und in der Nähe des Einkaufsviertels liegt. Neben Frauentrachten aus verschiedenen Dörfern der Region sind für das 18./19. Jh. typisch eingerichtete Räume und Werkstätten zu sehen. Leider gibt es zu letzteren kaum Informationen, nichtsdestotrotz ist es sehr interessant und besonders die aufwändig hergestellten Trachten sehr schön anzuschauen.


Byzantinisches Museum

Das Byzantinische Museum ist im ehemaligen königlichen Pavillon der Festung Iç Kale untergebracht. Man durchläuft die Museumsräume in chronologischer Reihenfolge – beginnend im 5. Jh. und endend im 19. Jh. Auch wenn die Ausstellungstexte allgemeine Informationen zur entsprechenden Zeit in Epirus geben, liegt der Fokus vor allem auf der sakralen Architektur und Malereientwicklung. Zum Teil werden in einem Raum sehr viele Objekte ausgestellt, sodass besonders die Architekturteile byzantinischer Kirchen etwas untergehen. Mit dem Museumsticket kommt man auch in die Fethiye-Moschee und das ehemalige Schatzhaus, in welchem kunstvolle Silberschmiedearbeiten ausgestellt sind.
Aslan-Pasha-Moschee

In dieser Moschee, die als Gebäude vor allem durch ihre wunderbare Farbigkeit beeindruckt, sind weitere historische Kostüme, Waffen und einige Gegenstände der früheren jüdischen Gemeinde von Ioannina ausgestellt. Es ist leider kein Museum, in dem man wirklich viel über die Geschichte Ioanninas oder der Region lernen könnte, da die Beschilderung nicht besonders gut ist – aber für die Trachten und die Architektur lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.




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